Ausgabe 017: Der Jahresrückblick 2008 (Transkript)
Jetzt bloß keinen Fehler machen… Der Sekt steht kalt, der rote Teppich ist ausgerollt, die Fragen sind vorbereitet, der Stuhl ist vorgewärmt. Dann kanns losgehen – toi, toi, toi!
Sie hören “Volkis Stimme”
Ausgabe 017 mit dem Jahresrückblick 2008
Volki : Ich freue mich wahnsinnig, dass ich für die letzte Ausgabe von „Volkis Stimme“ in diesem Jahr den besten Studiogast gewinnen konnte, den sich ein Nachrichtenmagazin nur wünschen kann. Zum gemeinsamen Rückblick auf das Jahr 2008 begrüsse ich die Bundeskanzlerin der Bundesrepuplik Deutschland, Frau Dr. Angela Merkel.
Angie: Guten Abend, Herr Stimme.
Volki : Nein nein nein, das ist nicht mein Nachname. Sagen Sie bitte einfach Volki.
Angie: (PAUSE) …wenn’s sein muss.
Volki: Frau Bundeskanzlerin, lassen Sie mich mit einer sehr allgemeinen Frage beginnen. Was für ein Jahr war 2008 für Sie persönlich?
Angie: Nun, Herr Volki, das ist zunächst mal eine sehr allgemeine Frage. Für mich war das Jahr 2008 ein erfolgreiches und erfreuliches Jahr.
Volki : Nun, Frau Bundeskanzlerin, lassen Sie mich da mal konkreter werden: Was war Ihr größter Erfolg in 2008?
Angie: Nun, Herr Volki, das ist schon eine konkretere Frage. Mein größter Erfolg 2008 waren mit Sicherheit die zahlrechen Ehrentitel, die mir in diesem Jahr verliehen wurden.
Volki: Oh, das klingt beeindruckend. Frau Bundekanzlerin, da möchte i…
Angie: Ach, Herr Volki, lassen Sie doch die „Bundeskanzlerin“ weg.
Volki: Oh… ja, dann… dann verraten Sie uns doch bitte, welche Titel Sie dieses Jahr erhalten haben, Frau Dr. Merkel.
Angie: Nun, zweimal wurde mir ein Ehrendoktor verliehen, unser Bundespräsident, Herr Köhler, hat mir das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Und Nicolas Sarkozy hat eine ergreifende Rede gehalten, als man mir in Karlspreis für meine Verdienste um die Europäische Union überreicht hat.
Volki: Das ist schon eine wirklich beeindruckende Aufstellung, aber einen Titel haben Sie gar nicht erwähnt: Sie wurden ja auch Ehrenmitglied beim Fussballverein Energie Cottbus.
Angie: Ach ja, das war geil… äh, ganz erfreulich.
Volki: Tja, Frau Dr. Merkel, Sie sind eben eine Frau mit vielen Talenten!
Angie: Das hört man immer gerne. Aber bitte, Herr Volki, lassen Sie doch den Doktortitel weg.
Volki: Natürlich, Frau (PAUSE) Merkel, gerne. Sie haben ja inzwischen auch soviele davon, da fällts ja gar nicht auf, wenn einer fehlt, nicht wahr? (kicher)
Angie: (kicher) na Sie sind mir ja einer, Herr Volki.
Volki: Frau Merkel, Sie…
Angie: Ach, sagen Sie doch gleich Angela.
Volki: Sicher? Das hätte ich ja nicht zu träumen gewagt! Frau.. äh, also, Angela, einen weiteren persönlichen Erfolg haben Sie ja auch erst kürzlich im Dezember erlebt.
Angie: Geht doch. Sie meinen sicher meine Wiederwahl zur CDU-Chefin? Ja, das war immerhin das zweitbeste Wahlergebnis seit 2000.
Volki: Wenn man sich dagegen die Querelen bei der SPD ansieht, könnten Sie da ein leuchtendes Vorbild sein, Angela!
Angie: Ach, Volki… (PAUSE) meine Freunde nennen mich (PAUSE)… Angie.
Volki: Im Ernst?
Angie: Natürlich im Ernst! Wie sollen die mich denn sonst nennen? Jutta?
Volki: Nein, ich meine: Ich soll… ich darf „Angie“ zu Ihnen sagen?
Angie: Zu „Dir“… nicht zu „Ihnen“.
Volki: Na gut… (TIEFES DURCHATMEN) Angie, ich muss Dir jetzt einfach schon mal sagen, wieviel Freude mir dieses Gespräch mt Ih… mit Dir bereitet.
Angie: Das geht mir nicht anders, Volki! Du bist ein sehr angenehmer und kompetenter Moderator!
Volki: Das freut mich, dass Du das sagst. Denn ich möchte jetzt zu den Themen kommen, die vielleicht nicht so erfreulich waren. Kritiker werfen Dir ja vor, dass Du in diesem Jahr keine wichtigen Reformen auf den Weg gebracht hast, dass Klimaschutz nur halbherzig von Dir betrieben wird und Du in der Finanzkrise bislang echte Lösungen vermissen lässt – kurz gesagt, dass Du keine gute Kanzlerin bist, Angie.
Angie: DAS IST EINE FRECHHEIT! Und für Sie immer noch „Bundeskanzerlin Frau Dr. Merkel“, wenn ich bitten darf. Sie ungehobelter Klotz. Sie haben ja von nichts Ahnung. Sowas muss ich mir nicht antun, mein Terminkalender ist zu voll mit wichtigen Themen, um hier in einer drittklassigen Nachrichtensendung meine Zeit zu verschwenden. Joachim, hol den Wagen. (STIMME ENTFERNT SICH IMMER MEHR. TÜR KNALLT)
Volki : (PAUSE) Ich… denke, das war unser Interview mit der Kanzlerin. Wahrscheinlich hätte ich doch Rainer Calmund einladen sollen… Und damit war das dann wohl auch der Jahresrückblick. Man weiß halt nie, was kommt. Und so ist es auch mit 2009. Nur eins steht fest: Bei „Volkis Stimme“ werdet ihr auch nächstes Jahr immer erfahren, was WAR. Ich freu mich drauf – und ihr hoffentlich auch.
Interview mit Marcel Kösling.
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